Laut Marktanalysten werden die Ölpreise voraussichtlich auf 90 Dollar pro Barrel steigen, da die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten die Lieferketten bedrohen. Die Preise für Rohöl der Sorte Brent näherten sich am Montag 86 Dollar pro Barrel, während West Texas Intermediate (WTI) auf über 82 Dollar pro Barrel kletterte, was auf einen möglichen Anstieg auf 90 Dollar hindeutet, da die Spannungen weiter zunehmen.

Andy Lipow, Präsident von Lipow Oil Associates , betonte die geopolitischen Sorgen, die den Markt antreiben. „Die größte Angst gilt dem eskalierenden Konflikt im Nahen Osten“, erklärte Lipow. In den Konflikt verwickelt sind Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz, wobei eine mögliche iranische Beteiligung die globale Ölversorgung bedroht. Der Iran trägt etwa 3 Millionen Barrel pro Tag oder etwa 3 % zur weltweiten Ölproduktion bei.
„Der Markt ist besorgt über Störungen in der Golfregion“, erklärte Lipow. „Gepaart mit steigender Nachfrage könnten wir bis zum Jahresende einen Preis von 90 Dollar pro Barrel für Brent-Öl erwarten.“ In den letzten Wochen wurden die Rohölpreise durch die steigende Nachfrage gestützt. Im Juni stiegen die US-Rohölpreise um 6 %, bedingt durch den gestiegenen Straßenverkehr und den zunehmenden Flugverkehr.
„Die jüngste Preisstärke ist auf schrumpfende Rohöl- und Produktbestände zurückzuführen“, bemerkte Dennis Kissler, Senior Vice President bei BOK Financial . „Höhere Temperaturen in den USA haben auch die Nachfrage nach Stromerzeugung erhöht.“ Während aktuelle Prognosen steigende Preise voraussagen, prognostizieren Wall-Street-Analysten für das nächste Jahr einen Rückgang.
Analysten von JPMorgan gehen davon aus, dass der Preis für Brent-Öl im Jahr 2025 durchschnittlich 75 USD pro Barrel betragen wird, verglichen mit den geschätzten 83 USD pro Barrel im Jahr 2024. Goldman Sachs beharrt auf seiner Prognose von 82 USD pro Barrel für das kommende Jahr. Marktbeobachter bleiben vorsichtig und beobachten die sich entwickelnde geopolitische Situation und ihre Auswirkungen auf die weltweiten Ölpreise. Das Potenzial für weitere Konflikte im Nahen Osten unterstreicht die Volatilität und Unsicherheit, mit der die Energiemärkte konfrontiert sind.
