Am Montag erreichten die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen ihren höchsten Stand seit Mitte Juni. Dies war der Beginn einer Woche, die durch den bevorstehenden Unabhängigkeitstag am 4. Juli verkürzt wurde. In diesem Zeitraum werden gedämpfte Handelsvolumina erwartet. Der Anstieg der Renditen, die invers mit den Anleihekursen korrelieren, wurde durch die jüngsten politischen Ereignisse in Frankreich und den Vereinigten Staaten beeinflusst. Nach der ersten Runde der französischen Parlamentswahlen, bei der Marine Le Pens Rassemblement National einen geringeren Sieg als erwartet errang, reagierten die Anleger vorsichtig.

In den USA wurde die Reaktion des Marktes auch von politischen Entwicklungen geprägt. Analysten vermuten, dass Präsident Joe Bidens jüngster Auftritt in der Debatte die Erwartungen der Anleger hinsichtlich der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen verändert haben könnte. Thierry Wizman, Stratege bei der Macquarie Group, bemerkte: „Die Anleger kalkulieren möglicherweise eine höhere Chance ein, dass Donald Trump die Wahl gewinnt, was zu einer Politik führen könnte, die im Vergleich zu der der Biden-Regierung als inflationärer angesehen wird.“
Wizman ging weiter auf mögliche politische Veränderungen ein, die unter einer Trump-Präsidentschaft eintreten könnten, und ging dabei auf die Haushalts-, Zoll- und Einwanderungspolitik ein. Infolgedessen gab es bei den Renditen der US-Staatsanleihen erhebliche Schwankungen. Die Rendite der 10-jährigen Anleihe stieg um 10,8 Basispunkte auf 4,451 %, während die Rendite der 30-jährigen Anleihe um 11,1 Basispunkte auf 4,613 % zulegte. Unterdessen stieg die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihen, die oft die Zinserwartungen widerspiegelt, um 6,7 Basispunkte auf 4,787 %.
Es wird erwartet, dass die Marktaktivität im Laufe der Woche nachlässt. Der Handel wird voraussichtlich am frühen Mittwoch enden. Der Anleihenmarkt bleibt am Donnerstag wegen des 4. Juli geschlossen. Darüber hinaus ist ein wichtiger Wirtschaftsindikator, die Renditekurve zwischen zwei- und zehnjährigen Staatsanleihen, weiter in den negativen Bereich gerutscht und lag bei -33,8 Basispunkten, was auf die Besorgnis der Anleger über das zukünftige Wirtschaftswachstum hinweist.
