In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung ging Haitham Al Ghais, Generalsekretär der OPEC , auf verbreitete Missverständnisse über den Wettbewerb zwischen Öl und Elektrifizierung ein und betonte die kollaborative Rolle, die Erdöl in verschiedenen Sektoren spielt. Al Ghais betonte die entscheidende Rolle von Erdöl und seinen Derivaten nicht nur im Energiesektor, sondern auch in breiteren industriellen Anwendungen und entlarvte den Mythos eines Nullsummenspiels zwischen verschiedenen Energiequellen.

In einer ausführlichen Darlegung auf der Website der OPEC wies der Generalsekretär die Vorstellung zurück, dass Öl und Elektrifizierung unabhängig voneinander agieren. Er wies darauf hin, dass Mythen, die eine erbitterte Rivalität suggerieren, die letztlich zur Dominanz der Elektrifizierung führen würde, irreführend seien. Stattdessen zeigte er auf, wie wichtig Erdölprodukte für den Elektrizitätssektor sind, insbesondere bei der Stromerzeugung und der Herstellung wichtiger Komponenten.
Al Ghais verwies auf den umfangreichen Einsatz von Erdölprodukten bei der Entwicklung und Instandhaltung der für die Stromübertragung wesentlichen Infrastruktur. Diese Produkte sind von entscheidender Bedeutung für die Herstellung von Isolierhüllen für Erd- und Unterseekabel, die für die Anbindung von Offshore-Windparks an das Stromnetz unverzichtbar sind. Ihm zufolge machen solche Materialien bis zu 40 % des Gewichts dieser Kabel aus, was die Unverzichtbarkeit von Erdölderivaten unterstreicht.
Al Ghais ging weiter auf die Vernetzung der Energiequellen ein und diskutierte die Rolle von Erdöl bei der Gewährleistung einer effizienten Übertragung von Elektrizität durch Transformatoren. Diese Geräte, die für die Anpassung der Spannungsniveaus für eine sichere Energieverteilung von entscheidender Bedeutung sind, sind für ihren Betrieb in hohem Maße auf ölbasierte Produkte angewiesen. Diese Vernetzung unterstreicht den Irrtum, Öl und erneuerbare Energiequellen als sich gegenseitig ausschließend zu betrachten.
In Bezug auf die umfassenderen Auswirkungen dieser Erkenntnisse verwies Al Ghais auf den deutlichen Anstieg des weltweiten Strombedarfs, der im Zuge der Pläne zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen zu erwarten sei. Unter Berufung auf einen Bericht der Energy Transitions Commission unterstrich er die Notwendigkeit, die globale Stromproduktion deutlich auszuweiten und sie bis 2050 von den derzeit 27.000 bis 30.000 Terawattstunden auf 90.000 bis 130.000 Terawattstunden zu steigern, um diese Klimaziele zu erreichen.
In seinen Schlussworten bekräftigte Al Ghais die Haltung der OPEC, dass alle Energiequellen von entscheidender Bedeutung sein werden, um den zukünftigen Energiebedarf zu decken, Umweltauswirkungen zu mildern und die allgemeine Energiesicherheit zu gewährleisten. Er betonte, dass Öl auch weiterhin eine entscheidende Rolle in zukünftigen Energiestrategien spielen wird, insbesondere da die Länder auf ehrgeizige Ziele in Bezug auf Elektrifizierung und Emissionsreduzierung hinarbeiten. Diese Position unterstreicht das Engagement der OPEC für einen ausgewogenen Energieansatz und plädiert für die Integration und nicht den Wettbewerb verschiedener Energiequellen, um globale Herausforderungen effektiv anzugehen.
