Im Zuge einer starken Erholung steigerten die US-Käufer im Juli ihre Ausgaben und verzeichneten einen Anstieg von 1 % gegenüber Juni – das höchste Wachstum der Einzelhandelsumsätze seit 18 Monaten. Dieser Anstieg, der vom Handelsministerium gemeldet wurde , erfolgte nach einem leichten Rückgang im Vormonat und signalisierte ein robustes Verbrauchervertrauen trotz anhaltenden wirtschaftlichen Drucks. Insbesondere Sektoren wie Auto, Elektronik, Haushaltsgeräte und Lebensmittelgeschäfte verzeichneten erhebliche Zuwächse.

Inflationsbereinigt stiegen die Einzelhandelsumsätze um etwa 0,8%. Lässt man die Tankstellen außer Acht, deren Umsätze die allgemeine Kauflust verzerren können, lag der Anstieg ebenfalls bei 1%. Dies deutet auf ein anhaltendes Interesse des Einzelhandels am Konsum abseits der schwankenden Kraftstoffpreise hin.
Trotz der Herausforderungen durch anhaltend hohe Preise und steigende Zinsen seit der Pandemie haben die Verbraucher im vergangenen Jahr einen leichten Anstieg der inflationsbereinigten Löhne erlebt. Darüber hinaus wurde die finanzielle Stabilität der oberen Einkommensgruppen durch steigende Aktienwerte und Immobilienpreise gestärkt, was zu anhaltenden Verbraucherausgaben beitragen könnte.
Anfang August gerieten die Finanzmärkte ins Straucheln, nachdem im Juli ein schwächeres Beschäftigungswachstum als erwartet und eine steigende Arbeitslosenquote gemeldet worden war. Spätere Daten zeigten jedoch, dass Entlassungen weiterhin selten sind und dass der Dienstleistungssektor – zu dem Reisen, Unterhaltung und Gesundheitswesen gehören – weiterhin eine starke Aktivität und Einstellungsquote aufweist.
Die Abhängigkeit von Krediten für Einkäufe hat zugenommen, was bei Ökonomen einige Bedenken auslöst. Der Anteil der Verbraucher, die mit Kreditkartenzahlungen in Verzug geraten, ist gestiegen, wenn auch von einem niedrigen Niveau aus. Dieses Ausgabeverhalten wird jedoch durch die nachlassende Inflation unterstützt, die im Juli im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur einen Anstieg der Verbraucherpreise von 2,9 % verzeichnete, was den niedrigsten Wert seit März 2021 darstellt.
Auch die Kerninflation, bei der die volatileren Sektoren Lebensmittel und Energie außer Acht gelassen werden, hat sich im vierten Monat in Folge verlangsamt. Dieser nachlassende Preisdruck könnte den Verbrauchern eine gewisse Atempause verschaffen und möglicherweise die derzeitige Dynamik der Einzelhandelsausgaben aufrechterhalten.
